Do it Yourself: Besetzen

Vom Ikea-Regalaufbau bis zur Sanierung des Badezimmers: Das Heimwerken begeistert alle in unterschiedlicher Intensität. Was für den einen nervige Pflicht ist, ist für die andere Hobby und Zeitvertreib. Doch auch für alle handwerklich Ungeschickten ist die Aussicht auf selbstbestimmtes und bezahlbares Wohnen wohl Anreiz genug, um zum Werkzeugkasten zu greifen. Do it yourself! – verwandle leerstehende Immobilien (mit denen in Berlin auf Millionen von Euro spekuliert wird) in ein Dach über deinem Kopf! Anregungen dazu kommen zum Beispiel aus Madrid, wo zahlreiche Menschen unbewohnte Häuser und Wohnungen besetzten. Sie machten daraus ihr Familienheim, ihre Wohngemeinschaft oder ein Nachbarschaftszentrum. Wir haben die wichtigsten Tipps und Tricks für die DIY-Hausbesetzung für Sie gesammelt.

Zuerst nehme man ein leerstehendes Haus seiner Wahl und beobachte ein paar Tage lang die Umgebung. Es bietet sich an, ungesehen in das Haus zu gelangen – die aufmerksamen Besetzer wissen, zu welchem Zeitpunkt dies am besten gelingt.

Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, je nach den eigenen Fähigkeiten: Die Version für Sportliche ist das Eintreten, der (hoffentlich) maroden Tür. Für diejenigen mit Fingerspitzengefühl empfiehlt es sich, das Schloss zu bearbeiten – Werkzeugfreaks kommen hier auf ihre Kosten! Mit einem Kobaltbohrer mit einem Ø von 2 bis 4mm bohrt man das Schloss auf. Danach ein leichter Schubs – und schon sind Sie drinnen! Für alle mit Hang zur Dramatik ist der Einstieg durchs Fenster vielleicht der schönste Weg: Mit einem Glasschneider vorbehandeln, dann das Fenster mit Stoff auskleiden und mit einem Notfallhammer (gute Modelle sind in jeder U-Bahn erhältlich) einschlagen. Aber bitte die Handschuhe nicht vergessen!

Einmal drinnen, sollte man direkt mit der Einrichtung beginnen: Traditionsbewusst die Tür verbarrikadieren und es sich für einen längeren Aufenthalt mit Verpflegung und Pyjama bequem machen.

Nun ist leider in den nächsten Stunden mit der Polizei zu rechnen, falls irgendein Nachbar die Situation missverstanden haben sollte. Aber keine Sorgen! Erklären Sie einfach, dass Sie, wie jeder Mensch mit oder ohne Geld, eine Wohnung brauchen. Sollte inzwischen das Recht auf Stadt und Wohnen durchgesetzt worden sein, wird Ihnen lediglich ein wenig Werbematerial für die Gestaltung des neuen Wohnraums überreicht werden.

Viel Spaß beim Ausprobieren und: Liebe Heimwerker, lassen Sie sich den Spaß nicht durch zu viel Perfektionismus verderben – Übung macht den Meister!

Bild: Montecruz auf flickr.com / Lizenz: CC BY-SA 2.0